Trinitatis
Während schon an Pfingsten, bekanntlich, die Geschenke am geringsten waren (außer, hoffentlich, für die Londoner Konfirmandinnen und den Konfirmanden - Segenswünsche hier auch noch mal auf diesem Wege), gibt es beim viertwichtigsten Fest der Chritsenheit nun wirklich gar nichts. Nicht mal Pfingstrosen. Trinitatis steht vor der Tür, kommenden Sonntag. Und, hatte man schon beim Fest des Heiligen Geistes, dem Geburtstag der Kirche, seine und ihre Schwierigkeiten, der Bedeutung des Festes mit passendem Brauchtum gerecht zu werden - ich vermute, die wenigsten unter uns verfügen über die notwendigen Voraussetzungen, einen Pfingstochsen zu schmücken, durchs Dorf zu treiben und danach am Spieß zu grillen - gibt es für Trinitatis nicht einmal Brauchtum, was gepflegt werden könnte.
Das liegt, denke ich, unter anderem am Anlass des Festes: Die Heilige Dreifaltigkeit, die Trinität wird gefeiert; aber es gibt keine biblische Geschichte, keinen Anknüpfungspunkt im Lebens- oder Jahreslauf, die dem Feiern eine Form geben könnten.
Vielleicht liegt es auch an der Bedeutung: Im interreligiösen Dialog, insbes. mit jüdischen und muslimischen Gesprächspartnern, wird das Dogma der Dreieinigkeit als der Knackpunkt angesehen, ob wir Christinnen und Christen eigentlich Monotheisten sind (sind wir), ob wir also eigentlich drei oder einen Gott haben (wir haben einen). Im Vollzug unseres Glaubens, beim Nachsinnen über Gott, bei der Freude an der Schöpfung, beim Gebet, wenn wir mit Gott bestenfalls ins Gespräch kommen - spielt die Lehre von den drei Personen in einer Substanz, oder von dem einen Wesen in drei Existenzformen, so gut wie keine Rolle, jedenfalls bei den meisten, die ich kenne.
Letztlich also feiern wir die Mehrheitsentscheidung eines Konzils (in Nizäa, im Jahr 325), die, wie immer bei solchen Entscheidungen, auch hätte anders ausfallen können.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen