Posts

Trinitatis

 W ährend schon an Pfingsten, bekanntlich, die Geschenke am geringsten waren (außer, hoffentlich, für die Londoner Konfirmandinnen und den Konfirmanden - Segenswünsche hier auch noch mal auf diesem Wege), gibt es beim viertwichtigsten Fest der Chritsenheit nun wirklich gar nichts. Nicht mal Pfingstrosen. Trinitatis steht vor der Tür, kommenden Sonntag. Und, hatte man schon beim Fest des Heiligen Geistes, dem Geburtstag der Kirche, seine und ihre Schwierigkeiten, der Bedeutung des Festes mit passendem Brauchtum gerecht zu werden - ich vermute, die wenigsten unter uns verfügen über die notwendigen Voraussetzungen, einen Pfingstochsen zu schmücken, durchs Dorf zu treiben und danach am Spieß zu grillen - gibt es für Trinitatis nicht einmal Brauchtum, was gepflegt werden könnte. Das liegt, denke ich, unter anderem am Anlass des Festes: Die Heilige Dreifaltigkeit, die Trinität wird gefeiert; aber es gibt keine biblische Geschichte, keinen Anknüpfungspunkt im Lebens- oder Jahreslauf, die ...

Herbart oder das reale "Ding an sich"

  Johann Friedrich Herbart: Die Mechanik des Bewusstseins                FR  4.5.2026 "[...]  Im Idealismus vermisste Herbart die Anerkennung der objektiv gegebenen, realen Außenwelt, die er in erfahrungswissenschaftlichen Theorien vorfand und fortan mit aufklärerischem Gestus propagierte. [...] Unter Herbarts Realismus versteht man seine Annahme von sogenannten Realen als letzten, absolut einfachen und nichtausgedehnten Bestandteilen alles Seienden. Die Realen weisen jeweils nur eine einzige einfache Qualität auf. Durch ihr nach Selbsterhaltungsgesetzen reguliertes Verbinden und Trennen bilden sie in einer an Leibniz’ Monaden oder einfache Substanzen erinnernden Weise die komplexe Wirklichkeit. Seinen eigentlichen Anwendungsbereich findet der Ansatz der Realen in Herbarts Psychologie. Im Wahrnehmungsprozess wird demnach die Seele, die selbst ein absolut einfaches Reale ist, von Realen ihrer unmittelbaren Umgebung durchdrungen. Das ...

Habermas

https://www.zeit.de/2026/13/historikerstreit-juergen-habermas-michael-stuermer-ernst-nolte-holocaust/komplettansicht "Selbst die Totalitarismustheorie der fünfziger Jahre habe keine veränderte Perspektive angeboten, sondern nur dazu geführt, in das negative Bild eben auch die Sowjetunion einzubeziehen. Ein Konzept, das derart vom Gegensatz zum demokratischen Verfassungsstaat lebt, genügt Nolte noch nicht; ihm geht es um die Dialektik wechselseitiger Vernichtungsdrohungen. Lange vor  Auschwitz  habe Hitler, meint er, gute Gründe gehabt für seine Überzeugung, daß der Gegner auch ihn habe vernichten wollen [...]. Als Beleg gilt ihm die "Kriegserklärung", die Chaim Weizmann im September 1939 für den Jüdischen Weltkongreß abgegeben und die Hitler dazu  berechtigt  habe, die deutschen Juden als Kriegsgefangene zu behandeln – und zu deportieren. Man hatte schon vor einigen Wochen in der ZEIT (allerdings ohne Namensnennung) lesen können, daß Nolte dieses abenteuerliche Argum...

Glaube und Wissen

Mathematik bringt keine Gewissheit https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/02/leo-strauss- jerusalem-and-athens .html https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/02/leo-schestow- athen-und-jerusalem .html Thomas M. Schmidt: Differenzbewusstsein

Das hohepriesterliche Gebet Jesu

  Das Hohepriesterliche Gebet im Johannesevangelium, Kapitel 17 Dieses Gebet ist das zentrale und umfassendste Beispiel. Jesus betet hier kurz vor seiner Verhaftung und seinem Leiden. Das Gebet gliedert sich in drei Teile: Für sich selbst (Johannes 17,1–5): Jesus bittet um Verherrlichung, damit er die Vollendung seines Werkes vollbringen kann. Für seine Jünger (Johannes 17,6–19): Er bittet um Schutz, Einheit und Heiligung für die Menschen, die ihm nachfolgen. Für alle Gläubigen (Johannes 17,20–26): Jesus betet auch für alle, die durch das Wort seiner Jünger glauben werden, dass sie alle eins seien, wie er und der Vater eins sind. Das hohepriesterliche Gebet in Johannes 17 ist besonders bedeutsam, weil es Jesu Vermittlerrolle zwischen Gott und den Menschen in den Mittelpunkt stellt – ähnlich wie ein Hoherpriester im Alten Testament für das Volk vor Gott eintritt. (KI von ecosia)

Differenzbewusstsein (zusammengefasst von Gemini)

   Thomas M. Schmidt , ein renommierter Religionsphilosoph, verwendet den Begriff    Differenzbewusstsein  vor allem im Kontext des Verhältnisses von Religion und säkularer Vernunft in modernen, pluralistischen Gesellschaften. Einfach ausgedrückt beschreibt es die Fähigkeit, Unterschiede (Differenzen) nicht nur wahrzunehmen, sondern sie als notwendigen Bestandteil einer demokratischen Ordnung anzuerkennen, ohne die eigene Identität aufzugeben. Hier sind die Kernaspekte seiner Definition: 1. Das Verhältnis von Glauben und Vernunft Schmidt baut oft auf den Überlegungen von  Jürgen Habermas  auf. Differenzbewusstsein bedeutet hier, dass sowohl religiöse als auch säkulare Bürger anerkennen, dass es eine  unüberbrückbare Differenz  zwischen religiöser Überzeugung und allgemeiner, öffentlicher Vernunft gibt. Für Gläubige:  Sie müssen akzeptieren, dass ihre religiösen Wahrheiten in einer politischen Debatte übersetzt werden müssen, um für alle ...

Aggression und Altruismus: Überlebensstrategien im Tierreich

  Aggression und Altruismus: Überlebensstrategien im Tierreich Verhaltensforschung

Wissenskonstruktion nach J.-P. Martin

 https://jeanpol.wordpress.com/2025/11/05/wenn-wahrheit-zerfallt-wie-das-nmr-semantische-feld-orientierung-schafft/ Ich würde in dem Kontext allerdings den Begriff Wahrheit nicht verwenden. Nicht weil ich die Methode der Konstruktion in Frage stelle, sondern weil der Begriff Wahrheit metaphysischen Charakter hat.  Dazu Lessing über Wahrheit: " Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen, immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir: Wähle! - ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: Vater, gieb! Die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein!« Diese Position wird allerdings infrage gestellt: " Goethe läßt im Prolog zum Faust seinen Dichter die Sehnsucht nach jenen Zeiten aussprechen, da er noch selbst »im Werden war«. Die wunderbaren Verse, in denen die Jugend geschildert wird, haben ihren Höhepunkt in den Worten:    Ich hatte nichts, und...

Denken (nach dem Verständnis von J-P Martin)

  Jean-Pol Martin beschreibt „Denken“ im Rahmen der Neuen Menschenrechte (NMR) ausdrücklich als das Grundbedürfnis nach Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung . Hier die strukturierte Aufschlüsselung: 🧠 Denken (nach Jean-Pol Martin) = Bedürfnis nach Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung 🔹 1. Informationsverarbeitung Aufnahme, Auswahl und Strukturierung von Reizen aus der Umwelt. Ziel: Orientierung und Reduktion von Komplexität. Prozess: Wahrnehmen → Filtern → Bewerten → Verknüpfen → Speichern. Grundlage für Sicherheit und Handlungsfähigkeit. → Biologisch-psychologische Ebene : Der Mensch muss ständig Informationen verarbeiten, um zu überleben (vgl. Birbaumer/Schmidt, Biologische Psychologie ). 🔹 2. Konzeptualisierung Bildung von inneren Modellen (Konzepten), mit denen die Welt verstanden und erklärt wird. Abstraktionsleistung: von Einzelwahrnehmungen zu allgemeinen Strukturen. Voraussetzung für Denken im Sinne von Steuern, Planen, Verstehen . → Didaktisc...

Glaubensbekenntnis

  Bonhoeffers Glaubensbekenntnis (sieh   Auslegung   dazu), das traditionelle Formeln vermeidet, ohne gehaltlos zu werden: Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet. Amen.

Wie Philosophie im KI-Kontext wirkt

  https://jeanpol.wordpress.com/2025/10/03/modul-wie-ein-anthropologisch-padagogisches-modell-den-weg-ins-ki-gedachtnis-fand/

Zum Bericht, wie der Engel Gabriel den Koran an Mohammed überliefert hat

  In unserer Lebenswelt gibt es keine Engel. Wenn sie in der Glaubenswirklichkeit Boten eines allmächtigen Gottes sind, dann stellt sich die Frage, ob sie lesen können, selbstverständlich nicht. Die Aufforderung „Iqra’!“ mit ihrem weiten Bedeutungsspektrum (lies, trage vor, gib weiter) eröffnet aber den über Jahrzehnte bis Jahrhunderte langen Zeitraum, in dem muslimische Glaubens- und Gelehrtenweisheit mündlich weitergegeben wurde. Dazu Germaghribiya  auf gutefrage.net   aus der Perspektive eines Gläubigen : Was wirklich in der Höhle geschah: Der Prophet Muhammad war in der Höhle Hira , als der Engel Gabriel zu ihm kam. Gabriel sagte: „Iqra“ – was im Arabischen nicht nur „lies“ bedeutet, sondern auch „rezitiere“, „trage vor“ oder „gib wieder“. Muhammad antwortete: „Ich bin keiner, der lesen kann.“ Gabriel wiederholte den Befehl insgesamt drei Mal. Es war kein Anschreien, sondern ein Moment voller Ernst und Eindringlichkeit, weil hier die Offenbarung beginnt. Warum Gabr...

Sören Kierkegaard

  Søren Aabye Kierkegaard   "[...]  Die meisten seiner Hauptwerke brachte Kierkegaard zwischen 1843 und 1846 heraus. 1843 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Victor Eremita   Entweder – Oder   ( Enten – Eller ), das ihn schlagartig bekannt machte. In diesem Werk beschreibt er zwei Stadien: das Ästhetische und das Ethische, wobei der Schlussteil, der die Form einer Predigt hat, bereits auf das dritte, in dem Werk noch nicht behandelte, religiöse Stadium hinführt. Ebenfalls 1843 erschienen  Furcht und Zittern  ( Frygt og Bæven ) und am selben Tag  Die Wiederholung  ( Gjentagelsen ) unter den Pseudonymen Johannes de Silentio bzw. Constantin Constantius.  Furcht und Zittern , das in einer lyrischen Prosa, jedoch nicht ohne Humor und Ironie abgefasst ist, ist im Kern eine Meditation über die biblische Geschichte um  Abraham  und  Isaak . Kierkegaard bekräftigt in dieser Schrift, dass der Mensch, indem er aus der ethischen ...